Energy Tune UP Oktober 2016 – Stille und Raum

(For the English version view separate blog entry.)

Der Oktober ist im Ganzen leise, aber nicht bewegungslos.

Es ist zwar kein Monat der schnellen Auf und Abs und hohen Wellen, wie wir sie aus in den Sommermonaten zur Genüge kennen, trotzdem zieht sich eine beständige Transformation lautlos weiter. Sie wird – und das ist die wirklich große, und grundlegende Veränderung in diesen Tagen – begleitet von einer anderen Art von Einverstanden-sein.

Dein Bewusstsein hat sich auf eine solche Weise gewandelt, dass eine andere Art von Akzeptanz in Situationen möglich ist, selbst wenn sie schmerzhaft sind, anders als erwartet oder unvorhergesehen. Wie ein erweitertes Verständnis dafür, dass ALLES, was geschieht, zum Besten für dich ist.

Dies bereitet den Boden für ein Vertrauen, welches in dir ist und spürbar wächst. So wie ein „ich weiß“ – und dies ist kein Wissen, was aus dem Kopf kommt, sondern ein Wissen, was eine innere Weisheit ist, die entstehen durfte durch deinen Weg. Von Søren Kierkegaard stammt der Satz: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“ Wenn du heute, jetzt, in diesem Augenblick zurückblickst – all die tiefen, bewegenden, aufrührenden sowie berührenden Zeiten, die sicher nicht immer einfach waren, hatten alle ihr Gutes und waren notwendig, um dich dahin zu bringen, wo du heute stehst. Kannst du das sehen? Kannst du dich darin sehen? Anerkennend, jedoch ohne Stolz. Es braucht viel Mut und Geduld für diesen Weg, der jenseits unserer konventionellen Vorstellungen von Erfolg und „Fortschritt“ ein innerer, zunächst ganz unscheinbarer ist. Danke für dich!

Einiges darf in diesem Monat endgültig losgelassen werden. Das können tiefsitzende Muster in einem selbst sein oder alte, blockierende Grundüberzeugungen. Es kann aber auch der Abschied von einem Menschen sein, das offizielle Beenden eines gemeinsamen Lebensabschnitts, eines Arbeitsverhältnisses oder auch das Auflösen von einem Ort, einem Zuhause, an dem man lange Zeit gewesen ist.

All das vollzieht sich in einer Weise, die nicht einem spektakulären Durchbruch gleichkommt, sondern eher wie ein sanftes „Hinübergleiten“. Es hat eine ganz feine Qualität. Dennoch: Auf einmal fällt etwas Großes von einem ab und es eröffnet sich ein weiter Raum (nach vorne). Wie ein Neubeginn.

Es ist wie eine Art „Früchte ernten“. Wu Wei ist ein Ausdruck aus dem Taoismus, der von der Idee her dem sehr nahekommt. Es beschreibt einen Zustand der inneren Stille, aus dem zum richtigen Zeitpunkt die richtige Handlung ohne Anstrengung des Willens geschieht. Eingebettet in eine solche Form von (fast unglaubwürdiger) Selbstverständlichkeit dürften sich manche Schritte anfühlen in der nächsten Zeit, selbst wenn sie Meilensteine auf deinem Lebensweg markieren.

Schau’ nicht nach außen, das vor allem solltest du jetzt vermeiden. Das ist nicht der Ort, wo die Dinge passieren. Niemand kann dir raten und helfen, niemand. Es gibt nur ein einziges Mittel – gehe in dich. Erforsche den Grund, der dich tun lässt. Prüfe, was an der tiefsten Stelle deines Herzens seine Wurzeln ausstreckt und folge dem. In der ehrlichen Selbstschau kann dies bedeuten, etwas zu lassen oder – im Gegenteil – mit noch mehr Nachhaltigkeit und Fokus einer bestimmten Sache nachzugehen. Aus diesem, deinem inneren Wissen kommt alles, dort entsteht Schöpfung. Lausche achtsam. Die Stille spricht. Vielleicht nicht sofort in lauten Tönen. Doch je mehr du dich entscheidest, deine Aufmerksamkeit DARAUF zu richten, umso mehr wirst du erfahren.

Wenn du damit in Kontakt bist, kann es sich zuweilen anfühlen, als blutest du, weil es dir so nahe ist. Daran ist nichts falsch. Im Gegenteil! Lass es bluten. Mit nichts bist du dir näher und berührst damit wiederum andere, bist Inspiration und Quelle für deine Umgebung. Und so dürfen wir uns begegnen, mit dem Wertvollsten, was wir zu geben haben – was jeder einzelne in seiner Einzigartigkeit der Welt geben kann. Was wäre die Welt dann für ein Ort? Vielleicht magst du für einen Moment deine Augen schließen und dich damit verbinden!

Wir meinen oft, wenn wir aufstehen und den Tag anfüllen mit Tätigkeiten, dass wir dann „etwas geschafft haben“. Es ist daher umso wichtiger, Dinge in den Tag zu integrieren, die diesem inneren Raum, die der Stille dienen, einer Entschleunigung gleichkommen – ob das Meditation ist, Yoga, Tai Chi, Qigong, ein Spaziergang im Park, eine Fahrradrunde in der Sonne (auch ohne Ziel) oder öfter zwischendrin für einen kurzen Moment inne zu halten und die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten. So kannst du dich immer wieder mit der Stille verbinden, die in dir ist; die du bist! Dieses Verständnis ist entscheidend! Wir müssen die Stille nicht suchen, wir müssen nicht „in die Stille gehen“, wir sind die Stille, die Leere, die Unendlichkeit, der Frieden, die Liebe. Es geht um eine Rückverbindung damit. Und je mehr Raum du diesen Sachen gibst, für die du im Alltag meist glaubst, keine Zeit zu haben, umso mehr wirst du sehen, was es für einen Einfluss auf dein gesamtes Sein und Schaffen hat. Auf dieser Art von Schöpfergrund baut alles andere dann wie von selbst auf.

Als Mensch bist du Raum und gleichzeitig gibst du dir den Raum, dies zu erfahren. Raum, so wie es hier umschrieben ist, ist also sowohl ein Seinszustand als auch ein bewusst gewählter Akt von „Platz schaffen“.

Du tust gut daran in diesen Tagen, alles, was an äußerer Tätigkeit im Raume steht, wirklich einmal genau anzuschauen. Was kannst du reduzieren, um dir mehr Raum und Zeit für die innere Erfahrung zu erlauben? Und das schließt auch alle spirituellen Aktivitäten ein, von denen du meinst, immer noch mehr machen zu müssen oder vielleicht glaubst, je mehr desto besser. Das ist letztendlich ein ähnliches Tun (im Sinne von einem getriebenen Beschäftigungsmodus), wie es aus einem alten Bewusstsein heraus entspringt und so gesehen nichts weiter als eine Verlagerung ist. Wenn du jedes Wochenende auf einem anderen Seminar oder Workshop bist, füllst du die Zeit schließlich genauso wie du sie vorher mit Arbeit oder mit anderen zerstreuenden Dingen gefüllt hast. Das will uns das Ego ja auch permanent suggerieren, wenn es flüstert „machen“, „tun“, „in Bewegung sein“. Das ist nicht mit Spiritualität gemeint. Es geht darum, die Stille (das Nichts, die Leere) zu (er)leben und ihr eben damit den vermeintlichen Schrecken zu nehmen. Das ist die wahre Qualität dieser Zeit: die Stille als die eigentliche Kraftquelle zu entdecken.

Es bietet sich gerade in diesen Tagen besonders an, beim Spaziergang draußen in der Natur ein paar Gegenstände zu sammeln, z.B. schöne Steine, Blätter, Stöcke und zu Zuhause zu einem kleinen „Altar“ zu arrangieren. Nicht in einem religiösen Sinne, sondern einfach für dich eine Art heiligen Ort schaffen, der dir auch im Außen eine Verbindung zu dieser inneren Quelle ist. Ein Ort, den du pflegst, für den gut sorgst (auch mit frischen Blumen oder einer schönen Frucht, die du hinzulegst, vielleicht einer Kerze) – das muss nicht groß sein. Es geht darum, deiner Hingabe an den inneren Raum und damit an ein universell Größeres ein verbindliches Zeichen zu setzen. Oder lass’ es zuweilen eine liebevolle Erinnerung sein. Du wirst schon bald die unscheinbare Kraft dessen zu schätzen lernen.

Du bist die Stille. Die Stille bist Du.

Aus dieser Energie heraus wünsche euch allen einen wundervollen Monat!

 

LOVE,
Tina.

PS: Ich würde mich sehr freuen zu erfahren, was euch beim Lesen des ETUP bewegt. Berührt es etwas in deinem Leben? Schreibt und teilt gerne euren Kommentar, hier oder auf meiner Facebook Seite. Es ist auch für mich schön, auf diese Art mit euch allen in Verbindung zu sein! 

 

Für Informationen zu den Einzelsitzungen und Termine vor Ort, via Skype oder Telefon könnt ihr mich gerne anrufen mobil unter +49 179 4600153 oder ihr schreibt mir eine Email an mail@tinaguthknecht.com

Ich freue mich auf dich! 


 

TINA GUTHKNECHT
Intuitive Coach | Autorin

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