Erwarte das Unerwartete und entdecke den roten Faden

(For the English version view separate blog entry.)

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Wenn etwas auf diesen Monat zutrifft, dann ist es wohl diese alte Weisheit.

Das Bild wird klarer. Eine Entzerrung ist deutlich spürbar. Dennoch werden wir nach wie vor punktuell an unseren „Triggerpunkten“ oder alten Wunden berührt, so dass diese heilen können, wir die Ladung darauf verlieren, einen größeren Gleichmut entwickeln und immer weniger in einer reaktiven Haltung der Welt gegenüber sind, wenn gewisse Knöpfe bei uns gedrückt werden.

Warum geht es scheinbar nur über den Finger in der Wunde?

Es sind unsere Wunden, die uns gleichsam unsere Schutzmechanismen in Form von Blockaden und Widerständen spiegeln, die wie (auf Autopilot) in uns wirken. Du magst Dich z.B. fragen, wenn Du im Beruflichen alles und immer wieder versucht hast, warum es dennoch nicht zu einer Blüte gekommen ist bisher; oder warum Du bei Kleinigkeiten entweder vollkommen ausrasten kannst oder in eine totale Ohnmacht verfällst, zu nichts mehr fähig bist für den Rest des Tages (vielleicht sogar Tage) – Kleinigkeiten die anderen Menschen vielleicht gänzlich nebensächlich erscheinen mögen; oder dass Du extrem sensitiv auf manche Themen reagierst, so dass Du – ohne es zu beabsichtigen oder es zu wollen – sehr scharf antwortest und Dein Gegenüber gar nicht weiß, wie ihm geschieht. Über die Wahrnehmung unserer Wunden und das bewusste Hinschauen werden uns auch unsere Mechanismen im Leben offenbar und das wiederum ist das Geschenk dieser Zeit. Beobachte Dich darin in diesem Gewahrsein ganz achtsam und absichtsvoll in diesen Wochen.

Diese Mechanismen sind alt. Es sind Dinge, die aus der Kindheit kommen (oder noch aus ganz anderen Zeiten), alte Prägungen. Sie waren einst relevant, weil wir als Kinder eben nicht diese Entscheidungsfreiheit hatten und es keinen anderen Modus für uns gab, um uns zu schützen (als uns zurückzuziehen, stumm zu stellen, oder wild um uns zu trampeln, um überhaupt gehört zu werden). Als erwachsene Menschen leben diese Mechanismen unbewusst in uns weiter und halten uns eher davon ab, das in die Welt zu bringen, für was wir eigentlich hierhergekommen sind – jeder Einzelne in seiner ganz besonderen Art. Insofern hat das nichts mit einem „Wühlen in der Vergangenheit“ zu tun, wie es oft negativ bezeichnet wird, nach dem Motto „bloß die Wunden nicht anfassen und schön ein Pflaster drübermachen“. Auf diese Weise läuft unser Leben zwar weiter, doch wir haben nicht wirklich gelebt. Es geht also – ganz im Gegenteil – um Dich hier, heute, jetzt.

Wir sind mitten drin – und das wird auch im Jahr 2017 weiterhin das grundlegende Thema sein – in dem vielfach prophezeiten Übergang von der Verstandesenergie, die am liebsten alles heilen möchte im Sinne von „in Ordnung bringen“ oder „weghaben“ und der Herzensenergie, die ALLES umarmt; die das ist, was uns allen zugrunde liegt: LIEBE. Und wofür wir weder eine Existenzberechtigung brauchen, noch etwas beweisen müssen, weil wir diese Liebe sind. Es ist auch etwas Anderes als Selbstliebe. Diese setzt voraus, dass es ein Selbst gibt, welches getrennt von Dir ist, um es zu lieben. Die Liebe schließt die Selbstliebe ein.

Heilung bedeutet, Dich in Deiner ganzen Tiefe zu erkennen. Heilung hat immer etwas mit Rückanbindung zu tun, mit Aufwachen, und nicht mit „Loswerden“. Es ist etwas Anderes, Dich z.B. von der Traurigkeit zu befreien oder der Traurigkeit die Freiheit zu geben. Das ist wahrlich ein Paradigmenwechsel! Kannst Du den Unterschied spüren? Es dürfte sich erleichternd anfühlen. Genau in dieses Vertrauen darfst Du Dich jetzt hineinsinken lassen. Dann kann sich die Traurigkeit oder die Wut auch wirklich auflösen. Dich selbst als Liebe, die Du bist, in all Deinen Gefühlen zu halten, das ist das „Verstehen“ der neuen Zeit – ein „Stehen" in Dir selbst. Nicht weil Du viel machst oder große Anstrengungen unternimmst, sondern weil Du Dich öffnest. Nur wenn Du Dir in dieser Form nah sein kannst, kannst Du auch jemand anderem wirklich nah sein, ohne Dich selbst dabei zu verlieren.

Das ist der Weg der radikalen Liebe. Und es kann der Widerstand gegen ein Gefühl sein oder Dein im Moment vielleicht (noch) verschlossenes Herz – es gibt nichts, selbst, wenn es uns noch so schmerzvoll und schrecklich, vielleicht abgründig vorkommt, was nicht schon immer angenommen wäre. Auch wenn der Verstand seine Beurteilungen hinzufügt und klassifiziert zwischen gut und schlecht oder erlaubt und verboten. Wenn er uns sagt, dass wir „falsch seien“ oder ein/e VersagerIn so wie wir sind. All das ist ebenfalls angenommen in dem, was Du bist. Wie die Wut und Angst angenommen sind. Und die Trauer und die Scham und Schuld. Die Liebe fragt nicht danach, ob das jetzt gerade alles schon viel zulange dauert oder sagt, es sollte schon längst alles anders sein. Die Liebe ist.

Es ist ein Monat, in dem sehr viel, wie schon erwähnt, unerwartet passiert. Es kann z.B. sein, dass Du an Weihnachten ein großes Essen mit der Familie geplant hast und am Ende findest Du Dich entweder ganz für Dich, mit Deinem Partner oder dem/der besten FreundIn am Tisch. Oder anders herum – Du hast in diesem Jahr eigentlich vor für Dich zu sein und Dich ein wenig aus dem Trubel zurückzuziehen und dann ist auf einmal das ganze Haus voll und die Nachbarn von gegenüber klingeln auch noch an der Türe. Es geht also spielerisch in alle Richtungen. Es muss nicht immer die Vergangenheit sein oder wieder irgendein altes Muster, was sich zeigt. Im Gegenteil. Lass Dich überraschen. Wie gesagt, es kann die Liebe selbst sein, die Dir begegnet! Das Unbewusste ist etwas anderes als das Ego. Es lernt gerne etwas dazu und freut sich neugierig!

Aufgrund der Unvorhersehbarkeit ist damit zu rechnen, dass Stimmungen und Gefühle sich sehr rapide ändern und vor allem auch sehr abrupt zeigen können. Dir nahe zu sein, ist daher das Allerwichtigste in dieser Zeit. Ganz mit dem zu sein, was ist in diesem Augenblick. Für den Verstand mag es sich wiederholen – das ist die Geschichte, die Narrative, die er dabei konstruiert. Das Herz kennt nur diesen Moment. Und der ist immer frisch. Er war nicht gestern und wird nicht morgen sein, sondern immer nur jetzt. In Deiner Präsenz ist alles gehalten. Das ist die Liebe. Und sie ist so nah, näher als dieser Körper, dass wir in der anstrengenden Bemühung, sie doch endlich (irgendwo im Außen) zu sehen, zu finden, sie lange Zeit gar übersehen. Dreh’ das Fernglas um. Du bist es selbst und mit allem schon immer willkommen.

Auf ähnlich unvorhersehbare Art wie sich die Dinge im Äußeren ändern, wirst Du auf einige Deiner unbewussten Grundüberzeugen stoßen. Halleluja!! Du wachst plötzlich mitten in der Nacht auf oder sitzt ganz banal in der U-Bahn. So wunderst Du Dich dann auch nicht mehr, warum Du in Deinem Leben fast schon als Dauerzustand immer kurz vor dem Zusammenklappen bist, wenn da etwas in Dir läuft wie „nur, wenn ich viel leiste/arbeite, bin ich etwas wert!“. Oder so etwas, was z.B. in mir lange Zeit gesessen hat und ich mich über viele Jahre gefragt habe, woher nur diese Schreibblockade kommt, obwohl Worte doch eigentlich mein Ausdruck sind. Nun, wenn da so etwas sitzt wie „nur intellektuell hochtrabend und wissenschaftlich erprobte Texte sind etwas wert“, dann hat es die intuitive Weisheit in Dir, die rauskommen darf und will, natürlich ein wenig schwer. Nur Du bist es, der/die Deine eigenen Grenzen verschieben und ausdehnen kann. Warte nicht darauf, dass es andere tun. Das wird nie passieren. Es gilt Dich mutig selbst unter den Arm zu nehmen. Wenn Du das willst. Wenn Du wahrhaft leben willst und nicht mehr „gelebt“ werden willst und dabei dann oft unnützerweise auch noch damit beschäftigt bist, das Außen für Deine Situation verantwortlich zu machen.

Wesentlich werden – das ist der Schlüssel in diesem Monat und darüber hinaus. Ansonsten wirst Du fast zwangsläufig das Gefühl bekommen, jeden Bodenhalt zu verlieren, weil alles so viel ist und so schnell geht und gefühlt immer schneller und mehr wird. Wesentlich werden ist entscheidend und hat nicht im Geringsten etwas damit zu tun, tatenlos zu sein. Wer sind die Menschen, die Du gerade wirklich um Dich haben möchtest/kannst? Drei sind oft mehr als 3000 Freunde. Wieviel Alleinzeit brauchst Du wirklich? Es kann sein, dass das mehr ist oder geworden ist in den letzten Wochen. Dann achte Dich in dem, auch wenn Dein Verstand (oder der anderer) sagt, dass Du langweilig bist oder Dich vor dem Leben verschließt. Was willst Du wirklich tun und was tust Du, um zu entsprechen, gut zu sein oder Dein (eigenes) Bild von Dir aufrechtzuerhalten? Ein wichtiger erster Schritt kann hier alleine schon die Beobachtung und damit die Bewusstwerdung sein. Jahre oder jahrzehntelange Strukturen lassen sich nicht über Nacht verändern, das würde auch unseren Organismus überfordern. Schritt für Schritt. Nur nutze diese Zeitqualität, in der sich die Einsichten und Erfahrungen nun ganz plötzlich vor Dir auftun so wie Sternschnuppen vom Himmel fallen.

Wach' auf und entdecke den roten Faden, der ist, was Du bist: LIEBE! 

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Monat und einen sanften Ausklang dieses so bewegten Jahres. Ich bin zutiefst dankbar für die Verbundenheit mit Euch, mit Dir, der oder die Du diese Zeilen gerade liest, und diesem sich stetig weitenden Feld an Liebe, Leere und Bewusstsein. Wie privilegiert wir doch sein dürfen, in dieser Zeit zu leben!

 

In Liebe,

Tina. 

 

PS: Ich würde mich sehr freuen zu erfahren, was Euch beim Lesen des ETUP bewegt. Berührt es etwas in deinem Leben? Schreibt und teilt gerne Euren Kommentar, hier oder auf meiner Facebook Seite. Es ist auch für mich schön, auf diese Art mit Euch allen in Verbindung zu sein! 

 

Für Informationen zu den Einzelsitzungen und Termine vor Ort, via Skype oder Telefon könnt Ihr mich gerne anrufen mobil unter +49 179 4600153 oder Ihr schreibt mir eine Email an mail@tinaguthknecht.com

Ich freue mich auf Dich! 

TINA GUTHKNECHT
Intuitive Coach | Autorin

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